Poken lanciert neue Scanner-App

Menschen sind ja bekanntlich Jäger und Sammler. Dies hat sich das Erfolgs-Startup POKEN schon längst zu Nutzen gemacht. Mit einer neuen App wird der Slogan “Collect people and things with a touch” jetzt noch greifbarer. Wir haben darüber mit Gründer und venture leader Stéphane Doutriaux ausführlich gesprochen.

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Dinge durch einen QR-Code schnappen und in der Timeline speichern - dank der neuen Poken-App.

«Stéphane, was hat sich bei Euch neben dem Webseiten-Relaunch in den letzten Wochen Neues getan?»
Stéphane Doutriaux: «Wir haben gerade eine neue App herausgebracht, die bereits tolles Feedback als schnellste und einfachste QR-Code Scanner-Applikation für das iPhone und Windows Phone bekommt – ganz nach unserem Leitmotto, dass wir es supereinfach machen wollen, Dinge oder Personen zu sammeln bzw. aufzugreifen. Unser Flaggschiffe werden aber weiterhin die kleinen „USB-Sticks“ sein, mit denen du in Verbindungen mit Mensch oder Sticker digitale Informationen erhältst, wie Visitenkartendaten, Broschüren, Flyers, Kataloge, Videos oder Social Media Inhalte. Die Tendenz bei Messen und Events geht klar in eine „grünere“ Richtung, so dass man damit viel effizienter und kostengünstiger kommunizieren kann und kein Papier mehr braucht. Deswegen wollen wir auch weiterhin erfolgreich sein. Besonders weil wir es nun jeden ermöglichen sich ganz einfach mit seinem Smartphone digitale Inhalte zu holen.»

«Warum sollte jeder auf seinem Smartphone die Poken-App haben?»
Stéphane Doutriaux: «Du kannst dir einen Stift und Papier mitnehmen, um dir schnell etwas zu notieren oder einfach nur dein Smartphone, um in der Tram, in Bussen, Magazinen, usw. einen QR-Code aufzunehmen. Indem du einfach dein Natel an ein anderes hältst kannst du dich so mit anderen Menschen auch gleich vernetzen. Alles was du dann mit POKEN z.B. bei einem Event gesammelt hast, siehst du dann anhand einer Zeitleiste auf deinem Phone und auf deinem Online-Profil.»

«Was macht die App besser als andere QR-Code Scanner?»
Stéphane Doutriaux: «Am besten erkannt man den Unterschied, wenn man es selbst ausprobiert. Viele konzentrieren sich nur auf den Scan und die nachfolgende Info. Wir sind seit jeher auf das Sammeln bedacht. Denn wir denken, dass man nicht immer gleich die Zeit hat, sich die Sache in Ruhe anzuschauen und man es lieber für später noch aufheben oder sogar mit anderen teilen möchte. Scannen geht also genauso schnell wie bei anderen, aber du kannst mit der kostenlosen POKEN-App jederzeit in deiner Zeitleiste sehen, was du dir Schönes in den vergangenen Tagen mitgenommen hast.»

«Wird das Smartphone die Poken-Monster also irgendwann ersetzen können?»
Stéphane Doutriaux: «Die Pokens werden weiterhin das Kernstück unserer “papierlosen Veranstaltungen” bleiben, das ist der Kern unseres Geschäfts. Dafür bleiben wir für unsere Kunden weiterhin die Einzigen, die dies können und können dank der Pokens die präziseste aller Techniken für die Lead-Generierung präsentieren. Denn ein Veranstalter oder Aussteller muss sicher sein, dass der Kunde alle Informationen bekommen kann, bevor er sich für „papierlos“ entscheidet. Da nicht jeder Bescucher ein Smartphone mit Touch-Technik (NFC-Technologie oder QR-Codes) mitbringt, können wir dies mit den gebrandeten Pokens garantieren – online, wie offline. Die Kunden müssen am Ende keine Taschen mit allen Broschüren mitschleppen und die Event-Partner bekommen eine Übersicht, wer sich wo etwas mitgenommen hat und kann diesen wieder kontaktieren oder z.B. Monate später mit einem Update der Broschüre beliefern.»

«Können z.B. auch Startups die neuen Techniken gewinnbringend für Ihr Business nutzen?
Stéphane Doutriaux: «Ja, wir haben eine Reihe von Partnern, die durch unsere API (Programmierschnittstelle) ihren Kunden einen Mehrwert bieten können. Dabei geht es immer um den „Touch“. Wenn Sachen eingesammelt wurden, gibt es unendlich viele Möglichkeiten, etwas damit zu machen. Und es macht Spass.»

«Seid ein paar Monaten habt Ihr Euren Hauptsitz in die USA gelegt. Hat sich dies ausgezahlt?»
Stéphane Doutriaux: «Wir haben ja bereits seit 2009 unser Büro in San Francisco. Dies erlaubt uns mit einem hochqualifizierten und motivierten Team den US-Markt direkt anzusprechen. Wir haben jetzt tolle Partner in mehreren Ländern, so dass es für uns sehr wichtig ist, unser hohes Level für den Support und die Produktentwicklung zu halten, die wir weiterhin von Lausanne aus antreiben.»

«Sollten mehr Schweizer Startups den Schritt in die USA wagen? Was sind dafür die Voraussetzungen?»
Stéphane Doutriaux: «Absolut. Denn wie jeder weiss ist der US-Markt ein „Must win market“. Aber es ist nicht für jedermann einfach, dort sein Geschäft zu entwickeln. Ich bin froh, dass ich einer Multi-Kulti-Kultur in Kanada aufgewachsen bin, so dass es ganz natürlich für mich ist zu verkaufen und gute Leute in den USA zu finden. Andere haben da etwas mehr zu kämpfen, sich hier gut aufzustellen.»

«Den Übertragungsstandart NFC (Near Field Communication bzw. „Nahbereich-Kommunikation“), der den kontaktlosen Austausch von Daten über kurze Strecken ermöglicht, benutzen noch nicht so viele. Wann wird dieser Dienst in Zukunft den Durchbruch schaffen?»
Stéphane Doutriaux: «Für viele Leute war es überraschend, dass Apple in ihrem neuen iPhone 5 kein NFC integriert haben – ganz im Gegensatz zu Nokia, Microsoft, Samsung, HTC, RIM, die es bereits in vielen ihrer Handys berücksichtigen. Aber es war nicht wirklich eine Überraschung für mich, denn ich habe bereits davor schon dagegen gewettet. Mein Verständnis von Apple ist, dass sie nur ein Feature integrieren, wenn es wirklich nützlich ist. NFC ist in Handys im Moment noch nicht sinnvoll, da es noch nicht viel gibt, was es zu „berühren“ gibt. Deswegen haben wir auch unsere POKEN-Geräte, um diese „Touch-Technologie“ im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung, wie in Messen oder am Campus, zu nutzen. In freier Wildbahn lassen sich eben genauso effektiv QR-Codes sammeln. Aber NFC wird eine grosse Rolle spielen, wenn man in Zukunft mit dem Natel bezahlen will.»
 
«Was kommt bei Euch als Nächstes?»
Stéphane Doutriaux: «Wir werden weiterhin unseren Fokus darauf legen, dass Einsammeln von Menschen, Orten und Dingen per „Touch“ noch einfacher und schneller zu machen. Von der praktischen Seite werden wir natürlich auch ein Android-App auf den Markt bringen.»

«Bald werden die neuen TOP 100 wieder veröffentlicht. Hat diesmal ein Startup auf der Romandie das Zeug ganz oben zu stehen?»
Stéphane Doutriaux: «Das könnte sicherlich passieren (grinst). Hier haben wir ein ganz schöne Anzahl von grossartigen Startups!»

«Die letzte Frage: Wenn man mit POKEN so vieles einsammeln kann, gibt es etwas, dass du privat leidenschaftlich sammelst?»
Stéphane Doutriaux: «Ich sammle eine Menge Dinge digital, vor allem Bilder von meinen kleinen Kindern. Aber als Ausgleich zum schnellen, digitalen Lifestyle liebe ich auch das einfache Leben: Einfach mit den Kindern im Wald Kastanien, Äpfel und Walnüsse sammeln und dann Pfannkuchen backen!» (lacht)
 
«Dann wünschen wir Dir neben POKEN auch genügend Zeit dafür und sagen Danke für deine Antworten, Stéphane.»

mehr über Stéphane Doutriaux

Der venturelab-Alumni und Gründer von Poken, Stéphane Doutriaux, war 2008 Sieger bei venture leaders und konnte sich zum Aufbau seines Geschäftes 130‘000 Franken bei venture kick sichern. Das vielfach international ausgezeichnete Startup beschäftigt mehrere Mitarbeiter im In- und Ausland und landete bei der Wahl der TOP 100 (2011) auf Platz 5.

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