«Dank venturelab hat unsere Geschäftsidee einen Stand erreicht, der aus eigener Kraft nie möglich gewesen wäre. venturelab empfehle ich allen, die Lust aufs Unternehmertum verspüren!» Barbara Yersin, Minsh

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Grosse 5-Jahres-Feier von venture kick in Zürich

Über 200 geladene Gäste fanden sich im Härterei Club Zürich ein, um bis Mitternacht das 5-jährige Jubiläum zu feiern. Dabei waren u.a. auch US Ambassador Donald S. Beyer und CTI Präsident Walter Steinlin, die den Mix aus Programm, Musik und ein Dutzend Top-Startups auf der Bühne verfolgen konnten.

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Donald S. Beyer, US Ambassador für die Schweiz
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Arnaud Bertrand, CEO und Gründer HouseTrip bei seinem Keynote
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Bevor es mit der grossen venture kick Feier im Zürcher Club Härterei losgehen konnte, stand nachmittags noch eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. Eingeladen wurden neben den zwei Business Angels und Investoren Nicolas Berg und Florian Schweizer, auch zwei Hochkaräter aus der Schweizer Startup-Szene: Arnaud Bertrand, der als Gründer von HouseTrip das am schnellsten wachsende Schweizer Start-up von London aus führt und Jan Lichtenberg, Gründer von InSphero. Zusammen wurde vor Journalisten diskutiert, wie die Finanzierung von High-Tech-Startups in der Schweiz im internationalen Vergleich abschneidet. Fakt: Die Anzahl von Business Angels, die man in der Schweiz auf rund 2000 schätzt, ist in den letzten Jahren um ein Vielfaches gestiegen. Die Investorenszene ist weitaus besser organisiert als damals und hat sich somit professionalisiert, was auch an den gegenseitigen Treffen liegt. Auch die Chancen eine Finanzierung über 100‘000 Franken zu bekommen, ist gestiegen. Bei der nächsten Stufe (CHF 500‘000 – 2 Mio.) wird es aber in der Schweiz – im Gegensatz zu den neuen Startup-Mekkas London oder Berlin – schwieriger.
 
Generell gäbe es z.B. in Deutschland mehr öffentliche Gelder für die Finanzierung zu holen. Vergleicht man aber den High-Tech-Gründerfonds mit der privaten Initiative venture kick, lässt sich feststellen, dass in Sachen Effizienz die Schweizer vorne liegen. Kostenbewusst, aber mitunter nicht weniger erfolgreich seien also die Schweizer. Damit dies aber so bleibt, ist es wichtig «to open the boarders», wie es Arnaud Bertrand aussprach. In London findet er einfacher die Top-Talente, die er braucht, und so wäre es auch für die Schweiz wichtig, weiter ausländische Spezialisten zu gewinnen, um Innovationsweltmeisterin zu bleiben. Nicolas Berg fügte hinzu, dass es heute sogar manchmal sicherer sei, bei einem Startup zu arbeiten, als von einer grossen Entlassungswelle bei einem Grossunternehmen erfasst zu werden. Denn auch wenn das Finanzierungskapital nicht so freizügig wie in den USA vergeben wird – die Überlebensraten von innovativen Startups sind in der Schweiz bei Weitem höher. Viel mehr wäre auch aus den Hochschulen herauszuholen, so Schillig, denn «hier gibt es noch zahlreiche Wissenschaftler mit genialen Geschäftsideen, die aber leider keinen Gedanken an ein Unternehmen verschwenden». Diese mit den nötigen Anreizen zu «kicken» und zu begleiten, ist einer der Ziele von venture kick. Und das hat in den letzten fünf Jahren über die Vorstellungen hinaus mehr als nur gut funktioniert.
 
Genau diese Ergebnisse wurde abends unten den mehr als 200 geladenen Gästen gefeiert. Eine Mischung aus geförderten Jungunternehmer/innen, Jurymitgliedern, Donatoren und Szene-Experten erlebten einen bunten Bühnenmix aus einem Dutzend Startups, verschiedenen Investoren, Film-Clips, einem venture kick Quiz und sogar Politikprominenz. Denn die Eröffnungsworte sprach neben CTI Präsident Walter Steinlin und Stiftungsrat Ruedi Marty von der Gebert Rüf Stiftung auch US Ambassador Donald S. Beyer. Doch die grösste Zeit auf der Bühne sollte den Startups gehören. So holte man genau diese darauf, die zu den ersten geförderten Projekten von venture kick gehören und nun von dem Impact der Initiative zu berichten wussten. So stellte Stefan Tuchschmid von Virtamed fest, wie wichtig die Initiative für ihn damals war und dass er in all den Jahren gelernt habe, dass es immer noch um den Kunden geht und weniger um die Technik. Auch Philipp Zimmermann von Nebion fügte hinzu, dass es für ihn bedeutend war, von der Sicht eines Akademikers auf die Business-Seite zu wechseln, wo auch venture kick einen bedeutenden Anteil dafür hatte. Dass man auch scheitern darf, am Ende aber doch ganz oben steht, bewiessen die Vorträge von Mehdi Aminian, CEO von Jilion und Dominic Senn, CEO von basisnote, die in den ersten Jahren auf das falsche Pferd gesetzt hatten, jetzt aber umso erfolgreicher sind.
 
Die erfolgreichen Zahlen durfte Pascale Vonmont, Mitglied des Strategy Boards von venture kick, mit Freude bekanntgeben. Über 9 Millionen Franken sind an bisher 247 Startup-Projekte geflossen, die in der Folgezeit bereits 1600 Jobs und ein eigenes Finanzierungsvolumen von 300 Millionen Franken generieren konnten. 1‘100 Bewerbungen gingen bisher ein, um am Ende die 130‘000 Franken à fonds perdu mit nach Hause zu nehmen. Aber es ist nicht nur das Geld, das den Startups weiterhilft: 816 Feedback-Bögen wurden an den insgesamt 152 Jury Sessions ausgefüllt. An über 300 Tagen wurden die erfolgreichen Teilnehmer an den kickers camps gecoacht. Beeindruckende Zahlen, die aber im nachfolgenden Quiz nicht abgefragt wurden. Vielmehr ging es darum, die Geschäftsideen den Startups zuzuordnen oder die ein oder andere Kuriosität herauszufinden. Oder hätten Sie gewusst, welcher der venture kick Alumni der Sohn eines Bosniers und einer Amerikanerin ist, seine Kindheit aber in Deutschland, Saudi Arabien und den USA verbrachte und seinen Doktor in Japan und an der ETH Zürich gemacht hat? (Antwort: venture kick Gewinner Sadik Hafizovic von Zurich Instruments). Alle Gäste konnten sich so durch insgesamt 25 Multiple Choice Fragen durchraten, um selbst später selbst auf der Bühne zu stehen, um einen Preis entgegenzunehmen.  
 
Davor war es aber Zeit für den Keynote Speech von Arnaud Bertrand und dem Titel  „How to Grow a 500 Mio. Business in 5 Years“. “Fast or Die” ist das Motto des erst 28-jährigen Schweizers, der in Lausanne mit HouseTrip eine Online-Plattform für Ferienwohnungen ins Leben gerufen hat, die heute in Europa bereits die Nr. 1 ist. Was sind für ihn die Schlüssel für den Erfolg? Neben der richtigen „choice of industry“ und dem Glauben an „Thruth, not hype“ ist es vor allem der strenge Fokus, der sich bewährt hat. Darauf vertraute auch Steve Jobs nach seiner Rückkehr bei Apple, als er die Produktlinie von über 30 auf nur noch zwei Computer reduziert hat und es danach steil nach oben ging. Und so schaut auch Arnaud darauf, dass das Angebot von HouseTrip weiterhin besser ist, als das der Konkurrenz und den aktuellen Status stetig optimiert. Dafür braucht er auch die richtigen „People & Culture“, die mitziehen und das hohe Tempo und die hohen Erwartungen erfüllen können. Laut seiner Erfahrung ist es unklug auf die falschen Mitarbeiter zu setzen, und zu hoffen, dass sie sich im Positiven noch verändern würden. Um keine Zeit zu verlieren, wäre das Entlassen des Betroffenen – so hart wie das auch klingen möge – die bessere Entscheidung, meinte der engagierte Jungunternehmer, der im letzten Jahr rund 20 Millionen US-Dollar von Investoren einsammeln konnte. Und so schloss er auch mit dem chinesischen Sprichwort: «A Vision without action is daydreaming and action without vision is a nightmare.»
 
Eine Präsenz sollten im Laufe des Abends auch noch weitere sieben venture kick Startups bekommen, die ihre Visionen für das Jahr 2020 dem Publikum vorstellen durften. Dabei waren Stéphane Doutriaux (Poken), Chad Brokopp (Mabimmune), Kristin Kapitza (Aiducation), Jan Lichtenberg (InSphero), Mark Blum (Optotune), Christoph Gebald (Climeworks) und Yann Tissot (die letzten venture kick Gewinner L.E.S.S.). Für die musikalische Unterhaltung sorgte bis zum Schluss die Gangsta-Blues Band „Tears for Beers.“


 

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