In nur 35 Sekunden zum frischen Fladenbrot - genau so einfach, wie man per Kapsel seinen Espresso bekommt. Das ist die Idee des gebürtigen Mexikaners Carlos Ruiz, der mit dem Startup flatev eine vollautomatische Tortillamaschine entwickelt hat, deren Prototyp gerade Weltpremiere gefeiert hat. Wenn es mit dem Business losgeht, wird AbaWeb dafür sorgen, dass die Kasse stimmt.
Mexikanische Fladenbrote werden auch in unserem Kreisen immer beliebter, auf echte Frische muss dabei aber meist verzichten werden. Und selbst wenn man die Tortillas selber bäckt - einer muss dafür immer am Herd stehen und diese für die anderen frisch zubereiten. Damit dies nicht mehr passiert, will der Gründer Carlos Ruiz von der Universität Zürich mit seinem Startup flatev (flatbread evolution) eine Tortilla-Maschine auf den Markt bringen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen.
«Carlos, warum sollte man sich das nächste Mal anstatt eines neuen Toasters lieber eine Tortilla-Maschine zulegen?»
Carlos Ruiz: «Ein grosser Vorteil unserer Maschine ist die Funktionsvielfalt. Unser System wird so optimiert, dass auch andere Fladenbrote wie Naan, Piadina, Pita, Ruti usw. vorbereitet werden können. Ausserdem wird es von jeder Fladenbrotvariante verschiedene Geschmacksvarianten geben. Zum Beispiel natürliches Naan, mit Knoblauch, Bio-Varianten, glutenfreie Produkte oder Tortillas aus weissem, blauem oder gelben Mais. Diese Produkte können dann sogar so kombiniert werden, dass man gar keine zusätzliche Beilage mehr braucht. So haben wir u.a. Käse in den Teig gemischt, was wunderbar leckere Käsetortillas zur Folge hatte, die unseren Testkonsumenten sehr gut geschmeckt haben.»
«Gibt es bereits dafür in der Schweiz einen Trend?»
Carlos Ruiz: «Statistiken haben wir zwar keine dafür, aber es zeigt sich, dass bei Migros und Coop das Angebot von mexikanischen Produkten in den letzten fünf Jahren stark angezogen hat. Andere haben sich diesem Trend bereits angeschlossen. Dies lässt also auf eine gesteigerte Nachfrage schliessen. Ausserdem ist auch die Anzahl an Restaurants und Bars, welche Tortillas, Fajitas und Tortilla Chips mit Guacamole anbieten gewachsen. Vor allem zeigt sich dieser Trend in England, wo immer mehr mexikanische Take Away Restaurants aus dem Boden schiessen, welche leckere Tacos, Burritos, usw. anbieten.»
«Wird es das System überhaupt in der Schweiz zu kaufen geben oder konzentriert ihr Euch auf den amerikanischen Markt?»
Carlos Ruiz: «Zurzeit haben wir den Fokus auf Amerika gelegt. Dennoch gibt es auch ein globales Markpotential für unser Produkt, also auch in der Schweiz. Denn in Restaurants gibt es kaum frische, hausgemachte Tortillas zu finden und zu Hause hat man kaum die Zeit und das Know-how diese selber herzustellen.»
«Wie bist Du überhaupt auf die Idee gekommen und wie lange hat die Umsetzung gedauert?»
Carlos Ruiz: «Während meinen Aufenthalten in verschieden Ländern und schliesslich auch während meines Studiums in der Schweiz habe ich stets versucht gute Tortillas zu finden. Leider ist die allgemeine Qualität eher schlecht und nicht vergleichbar mit frischen Tortillas. Um diese jedoch selber zuzubereiten hat mir die Zeit gefehlt. Leider muss ich auch gestehen, dass meine erste Versuche, trotz Anleitung meiner Mutter und mehreren Kochbüchern, gescheitert sind (lacht)! Nach diesen erfolglosen Versuchen kam mir die Idee während der Zubereitung meines Kaffees per Kapselsystems: Warum nicht so ein ähnliches Gerät bauen, welche qualitativ hochwertige Tortillas in Sekunden herstellen kann? Von diesem Moment an, ca. vor zwei Jahren, wurde das Projekt „flatev“ geboren. Und jetzt beginnt es, richtig spannend zu werden...»
«... denn Ihr habt in San Francisco das erste Mal Euren voll funktionsfähigen Prototypen vorgestellt. Wie ist es gelaufen?»
Carlos Ruiz: «Genau, letzte Woche an der Swissnex San Francisco! Die Reaktionen war sehr positiv. Die Besucher haben eindeutig erkannt, was uns auszeichnet: Echte Frische, traditioneller Geschmack, die soziale Komponente - man sitzt beim Zubereiten und Essen, wie beim Raclette oder Fondue zusammen - sowie die Qualität der Teigkapseln. Auch waren unsere Designs sehr beliebt, weil die Frontplatte gut in jede Küche passt. Auch haben wir industriell hergestellte Tortillas als Vergleich angeboten. Der Geschmack unserer Tortillas war aber unschlagbar, die frisch nach dem Backen verzehrt wurden. Ausserdem konnten wir einen Tag später ein Führungsgremium des grössten Tortillaproduzent der Welt von unserem Konzept, dem Produkt und seinem Potential überzeugen. Etwas Vergleichbares hätten sie in der Industrie schon lange nicht gesehen. Weitere Treffen sind demnach geplant.»
«Wie weit seid Ihr bereits mit der Entwicklung?»
Carlos Ruiz: «Das System funktioniert bereits und uns schmecken die Tortillas (grinst)! Wir werden nun weiteres Feedback für die finale Version einfliessen lassen. Darum organisieren wir gerade eine Degustation mit Industrieexperten sowie Kochchefs, Restaurantkritiker, Hotels, Kochschulen und normalen Konsumenten. Dies wird nochmals einen grossen Einfluss auf unser Endprodukt nehmen. Zudem sind wir gleichzeitig auf der Suche nach Partnern für die Massenproduktion und entsprechend auch nach Investoren.»
«Um an Startkapital zu kommen habt ihr erfolgreich bei venture kick mitgemacht und 30’000 Franken gewonnen. Bald könnten 100‘000 Franken im Finale dazu kommen...»
Carlos Ruiz: «Ohne diesem "Kick" wäre es schwer gewesen, unsere bisherigen Ziele zu erreichen! Als Student ist es meistens schwer, selbst die minimalen Kosten am Anfang zu decken. Mit dem Geld von venture kick konnten wir einen Teil der IP und des Prototypen sowie die Reisekosten innerhalb der Schweiz und in die USA finanzieren, um potentielle Partner, Messen, usw. zu besuchen. Ebenso sind wir so in Kontakt zu weiteren Coachs gekommen. Bald steht mit swissnnex San Francisco eine „roadshow on US market entry across Switzerland“ an, die ich begleiten werde.»
«Wie viel soll die Maschine ungefähr kosten und habt Ihr schon Gespräche mit dem Handel geführt?»
Carlos Ruiz: «Den genauen Preis wissen wir erst, wenn die Verhandlungen mit den Produzenten abgeschlossen sind. Mit Händlern und Abnehmer stehen wir bereits im laufenden Kontakt.»
«In dem flatev-Team sind sehr viele Leute aus den verschiedensten Ländern. Wie hast Du diese bunte Truppe gefunden?»
Carlos Ruiz: «Mein Team ist das wertvollste Gut in meinem Startup! Unser Mitgründer und CTO Jonas und unser CFO Marc waren mit mir bereits Studentenvertreter im Studentenhaus, wo wir mehrere Jahren gewohnt haben. So haben wir bereits öfters zusammengearbeitet und waren zusammen als Schweizer Delegation bei MUN (Model United Nations) im Ausland. Die anderen Teammitglieder lernte ich durch meine frühere Arbeitsstelle, von Sprachkursen, Partys und einem Innovationsworkshop kennen. Ausserdem ist sogar eine frühere Nachbarin von mir und ein venture.ch Coach dabei, die ich ebenso von flatev überzeugen konnte. Unser Team lebt in der Schweiz, sowie auch Teile im Ausland. Es lohnt sich also, sich jederzeit zu vernetzen und das weltweit. Dieses Jahr haben wir vor, das Team in Amerika aufzubauen.»
«Ist dieser Startup-Spirit bei so vielen Nationen etwas besonderes?»
Carlos Ruiz: «Das macht es ungeheuer spannend! Der Startup-Spirit ist wirklich durch unsere unterschiedlichen Backgrounds, Erfahrungen, komplementären Eigenschaften und dem Network sehr besonders. Aber vor allem zeichnet er sich durch unseren Ehrgeiz, die fortwährende Zusammenarbeit und Leidenschaft aus.»
«Damit das Startup auch administrativ läuft habt Ihr Euch für AbaWeb entschieden. Wieso?»
Carlos Ruiz: «AbaWeb hat einfach ein tolles Angebot, welches für jede Firma sehr wertvoll sein kann. Für uns ist Lösung für das Adressenmanagement und für die Auftragsbearbeitung eine enorme Hilfe und macht vieles viel einfacher. Wir können es allen anderen Firmen und Startups bedingungslos empfehlen.»
«War es Euch wichtig, dass das Produkt gut aussieht? Dem knalligen Farben nach ist Euer Produkt schon ein halbes Designerstück…»
Carlos Ruiz: «Das Design war für uns immer schon wichtig und da haben unsere Industrial Designer Yves Ebnoether und Samuel Beer hervorragende Arbeit geleistet. Wenn man die bestehenden Tortilla- und Fladenbrotmaschinen sieht, erkennt man, dass diese oft nicht mehr zu den heutigen modernen Küchen passen. Sogar in Mexiko werden diese Geräte immer weniger benutzt, weil mit ihnen dazu auch noch extrem viel Arbeit verbunden ist. Das sehr gute Feedback hier in der Schweiz und aus Amerika - und auch schon aus Mexiko und Australien – zeigt uns, dass wir auf einem sehr guten Weg sind.»
«Vielen Dank, Carlos. Dann wünschen wir Euch, dass in Zukunft viele frische Tortillas auf den Tellern dieser Welt ihren Platz finden.»
Eine Business-Plattform für alles
AbaWeb ist die webbasierte Version der meistbenutzten Business Lösung der Schweiz. Egal ob Sie Brötchen backen, an neuen Medikamenten forschen oder Socken verkaufen – die Business-Lösung IFJ AbaWeb ist branchenunabhängig und hat in der Schweiz den Standard für Business-Lösungen im Internet gesetzt. Dank dem modularen Aufbau wächst AbaWeb mit Ihnen mit und passt sich flexibel dem Geschäftsverlauf an. Und damit vor allem Jungunternehmer gleich zu Beginn auf eine Premiumlösung verlassen und sich diese auch leisten können, gewährt das IFJ Firmengründern bis zu 80 % Preisnachlass.
mehr über Carlos Ruiz
Carlos Ruiz ist in Guadalajara, Jalisco, Mexiko geboren und aufgewachsen. Mit 19 machte er mehrere Sprachaufenthalt in Kanada und England. Nach zwei Jahren Rundreise in Europa kam er in die Schweiz um Deutsch zu lernen und Politik- und Wirtschaftswissenschaft zu studieren.