Selfnation katapultiert Umkleidekabinen in die Vergangenheit

Was passiert, wenn ein Mann mit Kolleginnen Jeans shoppen geht – und miterlebt, wie diese Modell um Modell verwerfen? Wenn der Mann Andreas Guggenbühl heisst, ist das die Geburtsstunde eines Startups: Zusammen mit einer Berliner Designerin gründeten er mit Michael Berli vor einem Jahr ein Unternehmen, dass eine Jeans nach Mass anbietet. Mit der cleveren Idee, einem ausgeklügelten Algorithmus und einem engagierten Team hat Selfnation nun die venture kick Jury überzeugt – und erhielt CHF 130'000. Wir sprachen mit Andreas, venture leader 2014, über seine Pläne, die Zeit in den USA und den venture kick Gewinn.

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Selfnation Gründer Andreas Guggenbühl
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So sieht sie aus, die individuelle 3D Vorschau der zukünftigen Lieblingsjeans.

Andreas, was macht Selfnation und wer steckt dahinter?
Durchschnittlich 20 Jeans probiert eine Frau an, bis sie eine gefunden hat, die passt. Selfnation löst dieses Problem. In einem herkömmlichen Online Store Jeans zu kaufen ist kaum möglich. Auf selfnation.ch können Frauen, nach Eingabe von 8 Unterkörpermassen, ihre individuelle Körperform und die Jeans als 3D Visualisierung betrachten - als würden sie vor einem Spiegel stehen. Nach Abschluss des Bestellvorgangs wird das Schnittmuster der perfekt sitzenden Jeans automatisch berechnet. Die Jeans werden in Deutschland aus bestem Italienischem Denim geschneidert und innert 14 Tagen zur Kundin geliefert.
 
Hinter Selfnation stecken die Gründer Andreas Guggenbühl und Michael Berli, und ein mittlerweile neunköpfiges Team in Zürich und Berlin.
 
Was ist das Besondere an eurer Jeans?

Im Gegensatz zu allen anderen online Fashionstores hat die Kundin bei Selfnation die Möglichkeit im Browser zu sehen, wie die Jeans an ihr sitzt. Dazu generiert das System auf Grund von acht eingegebenen Beinmassen ein 3D Model ihres Unterkörpers und ein individuelles Schnittmuster ihrer Jeans. Dieses wird dann direkt von einer Maschine millimetergenau ausgeschnitten.
 
Was unterscheidet euch von euren Mitbewerbern?
Wir liefern perfekt passende Jeans in 14 Tagen. Wir können der Kundin online zeigen, wie die Jeans sitzt und wir schneidern in Deutschland mit bestem Denimstoff aus Italien.
 
Ihr habt die dritte Runde von venture kick gewonnen und werdet mit 130 000 CHF Startkapital unterstützt. Wie werdet ihr das Geld investieren?
Wir verwenden das Geld, um unsere Jeans weiterzuentwickeln und neue Modelle anzubieten. Zurzeit sind wir in einer Expansionsphase: nach der Schweiz sind unsere Jeans in Kürze auch in Deutschland erhältlich. Ein Teil dieser Expansion können wir mit dem Venture Kick Kapital finanzieren.
 
Was waren bislang eure grössten Highlights?
Die Launchparty in Zürich, nach dem wir 1.5 Jahre am Produkt gearbeitet haben. Ein weiteres Highlight war das letzte Teammeeting in Berlin. Und natürlich die positiven Kundenfeedbacks, die uns jeden Tag weiter motivieren unser Produkt stetig zu verbessern.
 
Was steht nun als nächstes auf dem Programm?
Die Einführung einer Männerjeans und ein Pop-Up Store in Berlin.
 
Was hat euch die Teilnahme bei venture kick bisher gebracht? Warum sollten Startups sich bei dem Förderprogramm bewerben?
Sie hat uns wortwörtlich den Kick gegeben, den wir gebraucht haben. Nicht nur die monetären Preisen helfen bei der Entwicklung, vor allem auch die kickers-camp-Sessions mit Jordi und Beat haben uns von der Idee bis zum laufenden Unternehmen stark unterstützt. Es motiviert extrem, wenn eine hochkarätige Jury das „Go!“ zum Weitermachen gibt.
 
Wie habt ihr die Jury überzeugt?
Mit einem breitabgestützten Team in Berlin und Zürich, einem starken Advisory Board und der raschen Geschäftsentwicklung in den letzten neun Monaten.
 
Was war bislang der wertvollste Tipp, den ihr im kickers-camp erhalten habt?
Holt die besten Leute ins Team und ins Advisory Board. Macht vorwärts, aber hört stets auf die Kunden!

Andreas, du warst mit den venture leaders im Juni 10 Tage in Boston und New York. Ihr habt die Macher von Tumblr und Reddit getroffen, zahlreiche Workshops absolviert und bei Startup-Veranstaltungen euch mit anderen Entrepreneurs austauschen können. Was waren deine persönlichen Highlights?
Mein persönliches Highlight war, dass ich im 27. Stock in einem Gebäude von Manhattan zufälligerweise einen guten alten Kollegen getroffen habe. Für meinen Startup Spirit waren die zahlreichen Treffen mit spannenden visionsgetriebenen US-Jungunternehmen absolute Highlights. Diese hatten auch in meinem Kopf einen Schalter umgelegt.

Welche Tipps nimmst du mit aus deiner Zeit in den USA?
Global denken und die richtigen Partner an Bord holen!
 
Zahlen und Fakten zu Selfnation:

  • Selfnation wurde 2013 von Andreas Guggenbühl und Michael Berli als ETH-Spin-off gegründet. Das Designstudio befindet sich in Berlin Mitte.
  • Der Name setzt sich zusammen aus self (von self- confidence) und Nation, weil wir eine Nation von Individuen sind.
  • Das Unternehmen beschäftigt 9 Mitarbeitende in der Schweiz und in Berlin.
  • Seit Dezember 2013 zählt das Unternehmen bereits über tausend glückliche Kundinnen.

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